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Dezember 2009


Brand in Guinness Brauerei

Eintrag vom 21.12.2009
Thema: Allgemeines

Der Alptraum aller Iren: Ein Großbrand in der Guinness-Brauerei. Das Feuer heute war bei Schweißarbeiten (danke Bianca) auf dem Dach ausgebrochen, jedoch in einem abgelegenen Teil des Braurei-Geländes. Die Brauerei wurde evakuiert. Das Schweizer Fernsehen hat ein Video vom Brand online gestellt.


Rezession vorbei, und nun?

Eintrag vom 18.12.2009
Thema: Allgemeines

Wie AFP berichtet, hat Irland nun auch die Phase der Rezession hinter sich gelassen und erholt sich gesamtwirtschaftlich. Gefühlt ist das bei den Menschen aber noch nicht angekommen. Es wird immer noch sehr gern und sehr ausführlich darüber diskutiert, wie stark man in der Wirtschaftskrise steckt. Die Republik hat riesige Schulden gemacht (dagegen nimmt sich die Rekord-Verschuldung von CDU und FDP in Deutschland noch gering aus) und keiner weiß so recht, wie man das in der Zukunft bezahlen soll.

Und für die Iren gibt es da noch einen anderen schlimmen Aspekt: Worüber soll man jetzt meckern? Den meckern, das tut man hier gern. Nicht jammern, wie in Deutschland, sondern einfach meckern. Man kann nicht ins Pub gehen, ohne zu hören, wie schlecht es in der Wirtschaft läuft, wie verlogen die Politik ist, wie früher alles besser war. Das hört man auch in Deutschland. Aber jeder Ire – und da liegt der Unterschied – würde trotzdem ein Bein und einen Arm dafür geben, hier in seiner Heimat zu bleiben (oder zurückzukommen), denn für die Iren – auch wenn sie gerne meckern – ist Irland immer noch das beste Land der Welt.


Paintball

Eintrag vom 16.12.2009
Thema: Allgemeines

Heute abend waren wir beim Paintball zusammen mit einigen Bekannten von Google. Allerdings war die Sicht (wir spielten abends im Dunkeln mit Scheinwerfern und es war nass) sehr bescheiden, so dass man kaum gesehen hat, auf wen man geschossen hat oder wo Gegner waren. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.


Weihnachtsmarkt – 12 Days of Christmas

Eintrag vom 12.12.2009
Thema: Dublin, Freizeit-Aktivitäten

12 Days of Christmas heißt es in den Dubliner Docklands und der Titel ist schon irreführend. Denn der „kontinentale“ Weihnachtsmarkt hat 14 Tage geöffnet, Donnerstag und Freitag wurden einfach zu „Preview“-Tagen gemacht. Am Samstag war jedoch die offizielle Eröffnung. Der Markt ist stark dominiert von deutschen Ständen, die haben die Hütten direkt aus Deutschland hergefahren und sich auch gar nicht erst die Mühe gemacht, die Schilder zu ändern. So steht da „Pommes frites“ (im Englischen gibt es ja nur „Fries“ bzw. „Chips“), „Französische Crepes“ (in Deutsch), „Bratwurst“, „Glühwein“, usw. Dem Verkauf hat es wohl keinen Abbruch getan, denn locker die Hälfte der Besucher auf dem Weihnachtsmarkt waren Deutsche, wie man unschwer hören konnte.

Die Preise sind – Dublin-typisch – exorbitant. Ein Glühweinchen kostet 5 Euro (plus 5 Euro Tassenpfand), eine Bratwurst auch. Ein Berliner („Pfannkuchen“) 3,50 Euro, kandierte Äpfel 4 Euro, usw. Aber was solls, Hauptsache man hat Spaß. So richtige Weihnachtsstimmung wollte aber nicht aufkommen, auch wenn der Chor mit den jungen irischen Mädels sich mit seinen Weihnachtslieder alle Mühe gab.

Es war einfach zu warm (gefühlt 10 Grad Plus) und von Schnee träumt man ja hierzulande sowieso nur. Aber wir hatten viel Spaß, sind dann sogar auf einem Karosell mitgefahren.

Danach setzte sich die ganze Meute (Robert, sein Studienkumpel aus Deutschland, der Bruder seiner Freundin, Steffi und Stephan, Frank, Daniel, Gregor und dann noch der französische Kumpel mit dem nicht korrekt aussprechbaren Namen) in Bewegung und wir steuerten einige Pubs an. Es ging los im Arlington Hotel, danach ins Pravda. Dort spielte eine Band, die Musik war ganz ok. Ich hab mir dann noch etwas Live-Musik im Cassidys gegönnt und bin dann mit dem Nachtbus heim.


Roadtrip Nordküste: Derry

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Allgemeines

Abends kamen wir also in Derry an, im Dunklen – und das war ganz gut so. Nach einigem Hin- und Herfahren haben wir Greg und die Karte „eingenordet“ und fahren dann auch sehr schnell unser Hostel, eine kleine private Absteige mit insgesamt 5 Zimmern (10-Bett-Zimmer), genannt „The Independent Hostel“. Die Übernachtung kostete 12 Pfund, ein Aufenthaltsräume sind im pseudo-indischen Stil, der andere im normalen britisches-Wohnzimmer-Stil eingerichtet. Die Duschen und Bäder (Gemeinschaftsduschen) waren ok, aber nix besonderes. Auf den Betten war kuschelige Kinderbettwäsche bezogen. 🙂

Wir zogen los, um etwas von der Stadt zu sehen und liesen uns ein paar nette Locations erklären. Allerdings beschränkte sich das Kneipen-Viertel auf eine Straßenkreuzung und ungefähr 50 Meter Straße. Die komplett gepanzerten Polizeiautos („Crimestoppers“, eine Art Militärpolizei) trugen auch ungemein zur Atmosphäre bei. Dafür war es (wenn man süd-irische Preise gewohnt ist) sehr billig. Also gab es gutes Bier und gutes Essen in einem In-Restaurant.

Danach suchten wir ein nettes Pub und – auch im Gegensatz zur Republik Irland – musste man wirklich lange suchen. Schon jetzt wurde uns bewußt, dass Derry wohl nicht „the hippest place on Earth“ ist und es auch gar nicht mehr versuchte. Dennoch fanden wir ein Pub, die Livemusik sollte aber erst um 11 losgehen. Ich war ziemlich müde vom Fahren und habe mich so nach 10 auf den Weg ins Hostel gemacht. Die anderen kamen später nach, berichteten noch von einer Massenschlägerei und einem Gespräch mit jungen Leuten, die uns ausgelacht haben, weil wir freiwillig an einem freien Tag nach Derry gekommen sind.

Die Nacht war geprägt von einem schnarchenden Judoka aus Waterford.

Am Morgen trafen wir uns früh in der Küche (das Frühstück war bescheiden) und wollten nun endlich etwas von der Stadt sehen, die so sehr die irische Geschichte geprägt hat. Besonders der Bloody Sunday hat den Namen Derry (oder im Britischen halt Londonderry) in die Köpfe eingebrannt. Am 30. Januar 1972 schossen Soldaten des britischen Fallschirmjäger in eine friedliche Demonstration für mehr Bürgerrechte und töteten 13 Demonstranten, einige der Opfer waren gerade 16 Jahre alt und einigen wurde in den Rücken geschossen. Die Vorfälle wurden nie endgültig aufgeklärt, viele Beweismittel durchs Militär vernichtet. Es wurde bis heute niemand dafür bestraft. Der Bloody Sunday legte den Grundstein für Jahrzehnte der Gewalt in Nordirland, da er der IRA und anderen militanten Bewegungen auf der republikanischen Seite großen Zulauf bescherte. Die Ereignisse führten zu Unruhen in Derry und zur Ausrufung von „Free Derry“. Der Begriff Bloody Sunday steht wie fast kein anderer für den jahrhunderte langen Kampf des irischen Volkes gegen die britische Besatzung (siehe Bloody Sunday 1887, 1913, 1920, 1972).

Noch heute kann man die Spuren dieses Konfliktes sehen. Es gibt streng britisch-unionistische Viertel, in denen die Bordsteinkanten rot-weiß-blau (Farben der britischen Flagge) gestrichen sind, mit Wandmalerien (den Murals) und eindeutigen Aussagen („no surrender“, „Londonderry still under siege“) und sehr sehr hohen Zäunen herum. Und dann gibt es die irisch-republikanischen Viertel, mit den Wandmalereien vom Unabhängigkeitskampf, den grün-weiß-orange gestrichenen Laternenpfosten und der – fast schon zum Postkartenmotiv verkommenen – Aussage „you are now entering Free Derry“.

Dazwischen zeigt Derry jedoch sein wahres Gesicht, und das ist traurig. Derry – zweitgrößte Stadt Nordirlands – ist ein heruntergekommenes Drecksloch. Die Straßen und Häuser sind verwahrlost, es ist nichts los, alles trostlos. Diese Stadt hängt in der Vergangenheit und hat deshalb weder Gegenwart noch Zukunft. Wenn mir jemand in Deutschland, besonders in meiner sächsischen Heimat, mal wieder vorjammert, wie trostlos es doch dort wäre, denn werde ich in Zukunft immer einen Ausflug nach Derry empfehlen.

Unser geplanter Stadtrundgang fiel dann auch entsprechend kurz aus. Die Touristeninfo macht Sonntags erst um 2 Uhr nachmittags auf (werktags von 9 bis 15 Uhr), das Free Derry Museum ebenfalls. Es war Sonntag morgen halb 10, es war kalt und man konnte nichts unternehmen in Derry. Wir haben uns die alte Stadtmauer angeschaut, die vollständig erhalten und – dank EU-Geldern – auch ansehnlich restauriert wurde.

Danach sind wir zurück zum Auto und haben uns auf die Heimreise begeben.


Roadtrip Nordküste: Giants Causeway

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Nordirland

Wie so oft in Irland gibt es natürlich auch zum Giants Causeway eine Legende. Und die geht so:

Früher haben sich der irischen Riese Fionn mac Cumhaill und der schottische Riese Benandonner immer vom irischen bzw. schottischen Ufer aus angeschrieen, wer den nun der Stärkere von beiden war. Irgendwann hat Fionn mac Cumhaill dann einen Damm gebaut, vom irischen Ufer bis zum schottischen Ufer, um rüberzugehen und ein für alle Mal zu klären, dass er der Stärkere sei. In Schottland angekommen, fand er den schlafenden Benandonner und sah, dass dieser doch viel größer war als gedacht und bekam es mit der Angst zu tun. Also schlich er sich heimlich zurück.

Benandonner war erwacht und machte sich seinerseits nun auf den Weg rüber nach Irland. Fionn mac Cumhaill sah ihn kommen und ging zu seiner Frau und berichtete ihr von seinem Problem. Die irische Frau – clever wie sie nunmal sind – hatte eine Idee. Sie zog Fionn einfach Babysachen an und legte ihn ins Bett. Benandonner klopfte an der Tür und sagte, er wolle Fionn herausfordern. Seine Frau sagte darauf hin, Fionn sei nicht hier und sie wäre mit dem Baby alleine. Als Benandonner das Baby sah, dachte er „Oh verdammt – wenn sein Baby schon so groß ist, dann muss dieser Fionn mac Cumhaill aber ein richtig großer Brocken sein.“ und bekam es selber mit der Angst zu tun. Also floh er zurück nach Schottland und riss auf dem Weg zurück auch gleich den Damm mit ab, damit Fionn ihn nicht verfolgen konnte.

Tja, und die Überreste des Dammes kann man heute sowohl auf der irischen, als auch auf der schottischen Seite betrachten. Es gibt auch eine geologische Erklärung für die Entstehung der gestapelten Basaltsäulen, aber die ist bei weitem nicht so cool.

Denn das ist das Besondere und Mystische am Giants Causeway: Wenn man sieht, wie diese tausenden Steine so perfekt nebeneinander und übereinander angeordnet sind, dann kann man nichts anderes denken, als „das müssen Menschen (ersatzweise Riesen) angeordnet haben“. Die Szenerie ist wirklich enorm beeindruckend und wir haben viel Zeit dort zugebracht, einfach nur die Felsen anzuschauen. Dazu noch die Brandung, das schäumende Meer (hier an der Nordküste ist ja schon der offene Atlantik und nicht mehr die geschützte Irische See), das trägt einfach zur Stimmung bei. Unbeschreiblich!

Jeder der in Nordirland unterwegs ist, sollte hierher einen Ausflug machen.

Leider wurde es dann schon dunkel (es war um 4 Uhr nachmittags), sonst wären wir da noch etwas rumgelaufen. In der Nähe gibt es wohl auch das Wrack einer alten spanischen Galeone zu besichtigen.

Wir sind dann noch zur Bushmills Distillery gefahren, die ganz in der Nähe ist. Diese war aber leider schon geschlossen. Also ging es weiter zum Ziel des Abends, nach Derry.


Roadtrip Nordküste: Causeway Coastal Route

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Nordirland

Heute morgen starteten wir unseren Roadtrip in den Norden. Es ging mit dem geliehenen Vectra über die Autobahn bis nach Belfast und dann richtig Nordosten auf die Causeway Coastal Route. Das ist eine Strecke entlang der Küste mit besonders schönem Ausblick. Das lohnt sich echt zu fahren, besonders mit dem eigenen Auto, weil man immer wieder einfach anhalten kann.

Und angehalten haben wir oft. Das erste mal in Carrickfergus, weil da eine große Burg steht. Also erstmal am Geldautomaten mit Bargeld (Britischen Pfund) versorgt. Ich konnte dabei meine Sammlung der verschiedenen nordirischen Geldscheine erweitern. Im Vereinigten Königreich gibt es nämlich verschiedene Geldscheine. So druckt Schottland z. B. Geld, auf dem eben nicht die Königin zu sehen ist. In Nordirland haben gleich mehrere Banken die Lizens zum Gelddrucken und so gibt es viele verschiedene Scheine.

Wir haben uns dann erst etwas den Hafen angeschaut und den Eingangsbereich der Burg, der Eintritt war uns aber dann doch zu teuer. So ging es weiter. Die Straßen waren normal, so wie in Deutschland Bundesstraßen und wir kamen schnell voran, bis nach Ballygalley. Dort gab es die zweite Pause, einfach kurz am Meer und die herrliche Landschaft genießen. Bilder seht Ihr ja unten, auch der „Eisbär“ war dort zu sehen.

Weit draußen am Horizont zeichnete sich Land ab, was wahrscheinlich Schottland war, weil laut den Karten da eigentlich keine Inseln mehr sein sollen. Wir fuhren weiter und wenn man bisher schon dachte „was für eine geile Küstenlandschaft“, dann ging es jetzt erst richtig los. Bei Cushendun verliesen wir die Coastal Route und bogen auf die Strecke „Torr Head Scenic View“ ab. Jetzt waren wir auf einer kleinen, schmalen Straße, die sich ständig über Hügel schlängelte, immer auf und ab, die wildesten Kurven, meist direkt an der Küste entlang. Oft ging es direkt neben der Straße einfach 50 Meter abwärts zum Meer, ab und an kam man durch kleine Ortschaft, die nicht mal Ortschilder hatten. Oft hielten wir einfach mitten auf der Straße, weil der Blick so schön war oder weil wir Gregos neu entdeckte Vorliebe für Schafe nachkommen mussten. Eine absolut geniale Strecke und auch das Fahren über diese kleine Landstraße war wirklich so, wie man es sich vorstellt, wenn man an Irland oder Schottland denkt. Die Fotos können das nur ansatzweise widergeben. Und auch mit dem Wetter hatten wir richtiges Glück.

Wir sind dann auf unserer Strecke weiter zum eigentlichen Ziel dieses Tages, dem Giants Causeway.