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Nordirland



Roadtrip Nordküste: Giants Causeway

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Nordirland

Wie so oft in Irland gibt es natürlich auch zum Giants Causeway eine Legende. Und die geht so:

Früher haben sich der irischen Riese Fionn mac Cumhaill und der schottische Riese Benandonner immer vom irischen bzw. schottischen Ufer aus angeschrieen, wer den nun der Stärkere von beiden war. Irgendwann hat Fionn mac Cumhaill dann einen Damm gebaut, vom irischen Ufer bis zum schottischen Ufer, um rüberzugehen und ein für alle Mal zu klären, dass er der Stärkere sei. In Schottland angekommen, fand er den schlafenden Benandonner und sah, dass dieser doch viel größer war als gedacht und bekam es mit der Angst zu tun. Also schlich er sich heimlich zurück.

Benandonner war erwacht und machte sich seinerseits nun auf den Weg rüber nach Irland. Fionn mac Cumhaill sah ihn kommen und ging zu seiner Frau und berichtete ihr von seinem Problem. Die irische Frau – clever wie sie nunmal sind – hatte eine Idee. Sie zog Fionn einfach Babysachen an und legte ihn ins Bett. Benandonner klopfte an der Tür und sagte, er wolle Fionn herausfordern. Seine Frau sagte darauf hin, Fionn sei nicht hier und sie wäre mit dem Baby alleine. Als Benandonner das Baby sah, dachte er „Oh verdammt – wenn sein Baby schon so groß ist, dann muss dieser Fionn mac Cumhaill aber ein richtig großer Brocken sein.“ und bekam es selber mit der Angst zu tun. Also floh er zurück nach Schottland und riss auf dem Weg zurück auch gleich den Damm mit ab, damit Fionn ihn nicht verfolgen konnte.

Tja, und die Überreste des Dammes kann man heute sowohl auf der irischen, als auch auf der schottischen Seite betrachten. Es gibt auch eine geologische Erklärung für die Entstehung der gestapelten Basaltsäulen, aber die ist bei weitem nicht so cool.

Denn das ist das Besondere und Mystische am Giants Causeway: Wenn man sieht, wie diese tausenden Steine so perfekt nebeneinander und übereinander angeordnet sind, dann kann man nichts anderes denken, als „das müssen Menschen (ersatzweise Riesen) angeordnet haben“. Die Szenerie ist wirklich enorm beeindruckend und wir haben viel Zeit dort zugebracht, einfach nur die Felsen anzuschauen. Dazu noch die Brandung, das schäumende Meer (hier an der Nordküste ist ja schon der offene Atlantik und nicht mehr die geschützte Irische See), das trägt einfach zur Stimmung bei. Unbeschreiblich!

Jeder der in Nordirland unterwegs ist, sollte hierher einen Ausflug machen.

Leider wurde es dann schon dunkel (es war um 4 Uhr nachmittags), sonst wären wir da noch etwas rumgelaufen. In der Nähe gibt es wohl auch das Wrack einer alten spanischen Galeone zu besichtigen.

Wir sind dann noch zur Bushmills Distillery gefahren, die ganz in der Nähe ist. Diese war aber leider schon geschlossen. Also ging es weiter zum Ziel des Abends, nach Derry.


Roadtrip Nordküste: Causeway Coastal Route

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Nordirland

Heute morgen starteten wir unseren Roadtrip in den Norden. Es ging mit dem geliehenen Vectra über die Autobahn bis nach Belfast und dann richtig Nordosten auf die Causeway Coastal Route. Das ist eine Strecke entlang der Küste mit besonders schönem Ausblick. Das lohnt sich echt zu fahren, besonders mit dem eigenen Auto, weil man immer wieder einfach anhalten kann.

Und angehalten haben wir oft. Das erste mal in Carrickfergus, weil da eine große Burg steht. Also erstmal am Geldautomaten mit Bargeld (Britischen Pfund) versorgt. Ich konnte dabei meine Sammlung der verschiedenen nordirischen Geldscheine erweitern. Im Vereinigten Königreich gibt es nämlich verschiedene Geldscheine. So druckt Schottland z. B. Geld, auf dem eben nicht die Königin zu sehen ist. In Nordirland haben gleich mehrere Banken die Lizens zum Gelddrucken und so gibt es viele verschiedene Scheine.

Wir haben uns dann erst etwas den Hafen angeschaut und den Eingangsbereich der Burg, der Eintritt war uns aber dann doch zu teuer. So ging es weiter. Die Straßen waren normal, so wie in Deutschland Bundesstraßen und wir kamen schnell voran, bis nach Ballygalley. Dort gab es die zweite Pause, einfach kurz am Meer und die herrliche Landschaft genießen. Bilder seht Ihr ja unten, auch der „Eisbär“ war dort zu sehen.

Weit draußen am Horizont zeichnete sich Land ab, was wahrscheinlich Schottland war, weil laut den Karten da eigentlich keine Inseln mehr sein sollen. Wir fuhren weiter und wenn man bisher schon dachte „was für eine geile Küstenlandschaft“, dann ging es jetzt erst richtig los. Bei Cushendun verliesen wir die Coastal Route und bogen auf die Strecke „Torr Head Scenic View“ ab. Jetzt waren wir auf einer kleinen, schmalen Straße, die sich ständig über Hügel schlängelte, immer auf und ab, die wildesten Kurven, meist direkt an der Küste entlang. Oft ging es direkt neben der Straße einfach 50 Meter abwärts zum Meer, ab und an kam man durch kleine Ortschaft, die nicht mal Ortschilder hatten. Oft hielten wir einfach mitten auf der Straße, weil der Blick so schön war oder weil wir Gregos neu entdeckte Vorliebe für Schafe nachkommen mussten. Eine absolut geniale Strecke und auch das Fahren über diese kleine Landstraße war wirklich so, wie man es sich vorstellt, wenn man an Irland oder Schottland denkt. Die Fotos können das nur ansatzweise widergeben. Und auch mit dem Wetter hatten wir richtiges Glück.

Wir sind dann auf unserer Strecke weiter zum eigentlichen Ziel dieses Tages, dem Giants Causeway.


versuchter Anschlag in Belfast

Eintrag vom 22.11.2009
Thema: Belfast, Nordirland

In den letzten Jahren herrschte in Nordirland nahezu vollständig Ruhe und Frieden, aber im Jahr 2009 gab es einige Anschläge von einer Splittergruppe der IRA. Während die Irisch-Republikanische Armee schon lange dem bewaffneten Kampf abgeschworen und auch merkliche Schritte zur Entwaffnung getan hat, verbleiben diese Extremisten der „Real IRA“ in ihren alten Denkmustern. Wie heißt es so schön in dem Lieder Cranberries: „It’s the same old thing, since 1916 … in your head … in your head … they are still fighting.“.

2009 wurden Polizisten und britische Soldaten Opfer von Mordanschlägen. Heute gab es wieder einen versuchten Anschlag auf eine Polizeistation mit einer Autobombe. Zum Glück hat die Bombe nicht gezündet. Am gleichen Tag wurden auch wieder Polizisten beschossen.

Es ist traurig dass ein so geschundenes Land wie Irland nicht zur Ruhe kommen kann. Der irische Nationalismus und die britische Arroganz (das Empire fühlt sich immer noch im Recht, was die eigene unrühmliche Vergangenheit angeht) verhindern dies. Aber zum Glück sind die Stimmen der Vernunft auf beiden Seiten sehr laut, viel lauter als in der Vergangenheit. Bei allen Anschlägen in diesem Jahr war es so, dass sowohl republikanisch-katholische als auch royalistisch-protestantische Parteien und Politiker diese massiv verurteilt haben.

Im Alltag macht es für die Menschen letztlich keinen Unterschied, die Grenzen sind offen und es ist nur noch die Frage, welches Parlament man wählt und mit welcher Währung man bezahlt.


Tagesausflug nach Belfast

Eintrag vom 17.10.2009
Thema: Allgemeines, Belfast