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Cork



Roadtrip Südküste: Wexford, Waterford, Cork

Eintrag vom 08.01.2010
Thema: Cork

Heute ging es also auf nach Süden, unsere letzte große Tour in Irland. Das Wetter ist alles andere als günstig, der große Wintereinfall hat viel Schnee gebracht und darauf ist das Land überhaupt nicht vorbereitet. Bei mehreren Tagen mit Minus 2 bis Minus 4 Grad und ca. 2 bis 3 cm Neuschnee spricht man hier vom „Big Freeze“ und „artic conditions“. Die Nachrichten sind voll davon. Flughäfen stillgelegt, Straßen verstopft, viele Leitungen geborsten, Trinkwasser wird knapp, Schule fällt aus.

Die Tatsache, dass es hierlande keine Winterreifen gibt und die Autovermietung weder Frostschutzmittel in die Scheibenwischanlage machen noch Eiskratzer bereitstellen können, machte das ganze natürlich nicht einfacher. Doch auf der Reise sollte sich zeigen, das waren gar nicht die Hauptursache für das Chaos im Straßenverkehr. Das war schlichtweg die Tatsache, dass die Iren einfach überhaupt nicht wissen, wie sie bei solchen Bedingungen fahren sollen und daher alle mit 20 km/h durch die Gegend schleichen. Was hierzulande nicht gerade üblich ist. 🙂

Vorteil war immerhin, dass wenig los war auf den Straßen. Über die M50 kamen wir fast mühelos – sonst heißt diese Umgehungsautobahn bei den Dublinern ja einfach nur „Parkplatz“. Und so ging es – in ungewohnt weißer Umgebung – nach Süden. Die Wicklow Mountains sahen genial aus, als sie an uns vorbeizogen. Bis nach Wexford (südöstlichster Zipfel) brauchen wir zwar einige Stunden, aber kamen gut durch.

An der Südküste war vom Schnee fast gar nichts mehr zu sehen, der Golfstrom tat seine Dienste. In Wexford selber haben wir uns nur kurz umgesehen und sind dann nach Waterford weiter.

Dort hatte ich ja schommal auf der Tour mit Nika und Julie Halt gemacht. Wir schauten uns den Reginal’s Tower (Túr Reginald) an. Nicht mega-beeindruckend, aber doch ganz nett gemacht. Und für 2 Euro Studenten-Eintritt in Ordnung.

Eine Hotel-Toilette und das Einkaufszentrum waren die beiden anderen Höhepunkte von Waterford, bevor wir unsere Fahrt nach Cork fortsetzen.

Dort angekommen wurden die Erinnerungen wach an meinen ersten Besuch in Cork, einfach eine wunderschöne Stadt. Ohne viel Mühe (Greg musste nur einmal im Viereck fahren) fanden wir unser Hostel, das Kinlay House. Allerdings waren die Zimmer diesmal deutlich schlechter als im Sommer. Damals hatten wir ein neues Gebäude mit sehr guter Ausstattung. Diesmal gab es ein Viererzimmer wo der Schimmel überall an den Wänden wuchs (im alten Hauptgebäude) und die Heizung wurde nachts abgestellt, was auch irgendwie unschön war. Aber zum Schlafen hat es halt doch gereicht.

Wir schauten uns etwas in der Stadt um, wurden von zwei (trotz der eisigen Temperaturen) leichtbekleideten Blondinen angesprochen, die vor einem Lokal mit Bob-Marley-Musik standen und uns mit Ihren Deutsch-Kenntnissen beglückten „Ick habe eine Hund.“, „Ick liebä Dick.“ (zu Rob), „Ick hasse Dick.“ (zu Dan). Weiter gings. Rob sprach ein Mädel an, dass aussah wie Nana Mouskouri, sogar mit der gleichen Brille (wie sie die wohl bekommen hat?). Jedenfalls gab sie uns den Tipp, zum Essen doch in ein nettes Restaurant namens „Tribe“ zugehen und bekam zum Dank gleich eine Umarmung.

Das Tribe ist etwas, was man wohl am besten als Hippie-Restaurant bezeichnen könnte. Ein kleiner Laden, total vollgestellt mit Tischen und Stühlen, ausgefallener Deko und netter Musik. Und das Essen ist extrem lecker. Lohnenswert.

Wir gingen dann weiter, konnten leider nicht ins „Catwalk“, weil da eine 21.-Geburtstag-Privat-Feier stieg und gingen zurück zu diesem Bob-Marley-Laden. Das war eine vollgedränge Kneippe, in der mittlerweile rockige Musik lief und eher das Publikum zwischen 25 und 35 zu finden war. Man muss dazu wissen, dass Cork voll die Studentenstadt ist, viele junge Leute unterwegs sind, eine Kneipe an der anderen ist in der Innenstadt. Eine sehr junge, sehr dynamische und internationalle Stadt. Und die Leute sehen hier viel hübscher aus als im Rest des Landes. Ich glaube das liegt daran, dass man in Cork recht weit vom englischen Einfluß weg war. Die Einwohner nennen Cork ja gern „Rebel City“, es war schon immer ein großes Widerstandsnest gegen den Rest von Irland, ob nun gegen das englisch besetzte Irland oder im irischen Bürgerkrieg. Anyway. In der Kneipe war es einfach nur laut, aber das Bier war gut. Es gab eine elektronische Jukebox, aber unsere Musikwünsche wurden von der Barfrau nach wenigen Sekunden einfach weggeklickt.

Letztlich sind wir dann ins „An Brog“ gegangen, einen Laden in dem bei meinem ersten Besuch eine super geniale Indy-Rock-Party lief und die Leute wild tanzten. Heute war nicht so viel los. Viele Studenten sind wegen des Schnee-Chaos noch zu Hause bei ihren Familien. So wurde etwas getanzt, etwas getrunken, aber die richtig große Party kam nicht in Schwung. Der DJ, der so aussah wie Hurley aus LOST, legte zwar gute Stücke auf (genialer Musikgeschmack), aber mixte diese total schlecht zusammen und auch meist in der falschen Reihenfolge.

Im Hostel gab es noch eine kurze verbale Auseinandersetzung mit den fetten Frauen aus dem Nebenzimmer („I’ll break your fucking neck.“) und dann ganz viel Kälte.


Flut

Eintrag vom 21.11.2009
Thema: Cork

Während es hier in Dublin einfach nur viel regnet, haben es andere Teile des Landes nicht so gut. In Cork standen viele Straßen und Gebäude unter Wasser, der starke Regen hat alles überflutet. In Großbritannien gibt es viele Städte, die derzeit mit Hochwasser zu kämpfen haben.

Hier ein paar Bilder aus Cork von Lorna O‘ Callaghan:

Nachtrag: Details zur Lage in Cork finden sich im Blog von Markus Bäuchle:

http://irland-erleben.blogspot.com/2009/11/weite-teile-irlands-weiter-unter-wasser_21.html

http://irland-erleben.blogspot.com/2009/11/irland-die-schlimmste-flut-seit-800.html

http://irland-erleben.blogspot.com/2009/11/hochwasser-die-lage-in-irland-beruhigt.html

http://irland-erleben.blogspot.com/2009/11/auf-die-flut-folgt-die-wut-der-menschen.html