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Allgemeines



Roadtrip Nordküste: Derry

Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Allgemeines

Abends kamen wir also in Derry an, im Dunklen – und das war ganz gut so. Nach einigem Hin- und Herfahren haben wir Greg und die Karte “eingenordet” und fahren dann auch sehr schnell unser Hostel, eine kleine private Absteige mit insgesamt 5 Zimmern (10-Bett-Zimmer), genannt “The Independent Hostel”. Die Übernachtung kostete 12 Pfund, ein Aufenthaltsräume sind im pseudo-indischen Stil, der andere im normalen britisches-Wohnzimmer-Stil eingerichtet. Die Duschen und Bäder (Gemeinschaftsduschen) waren ok, aber nix besonderes. Auf den Betten war kuschelige Kinderbettwäsche bezogen. :-)

Wir zogen los, um etwas von der Stadt zu sehen und liesen uns ein paar nette Locations erklären. Allerdings beschränkte sich das Kneipen-Viertel auf eine Straßenkreuzung und ungefähr 50 Meter Straße. Die komplett gepanzerten Polizeiautos (“Crimestoppers”, eine Art Militärpolizei) trugen auch ungemein zur Atmosphäre bei. Dafür war es (wenn man süd-irische Preise gewohnt ist) sehr billig. Also gab es gutes Bier und gutes Essen in einem In-Restaurant.

Danach suchten wir ein nettes Pub und – auch im Gegensatz zur Republik Irland – musste man wirklich lange suchen. Schon jetzt wurde uns bewußt, dass Derry wohl nicht “the hippest place on Earth” ist und es auch gar nicht mehr versuchte. Dennoch fanden wir ein Pub, die Livemusik sollte aber erst um 11 losgehen. Ich war ziemlich müde vom Fahren und habe mich so nach 10 auf den Weg ins Hostel gemacht. Die anderen kamen später nach, berichteten noch von einer Massenschlägerei und einem Gespräch mit jungen Leuten, die uns ausgelacht haben, weil wir freiwillig an einem freien Tag nach Derry gekommen sind.

Die Nacht war geprägt von einem schnarchenden Judoka aus Waterford.

Am Morgen trafen wir uns früh in der Küche (das Frühstück war bescheiden) und wollten nun endlich etwas von der Stadt sehen, die so sehr die irische Geschichte geprägt hat. Besonders der Bloody Sunday hat den Namen Derry (oder im Britischen halt Londonderry) in die Köpfe eingebrannt. Am 30. Januar 1972 schossen Soldaten des britischen Fallschirmjäger in eine friedliche Demonstration für mehr Bürgerrechte und töteten 13 Demonstranten, einige der Opfer waren gerade 16 Jahre alt und einigen wurde in den Rücken geschossen. Die Vorfälle wurden nie endgültig aufgeklärt, viele Beweismittel durchs Militär vernichtet. Es wurde bis heute niemand dafür bestraft. Der Bloody Sunday legte den Grundstein für Jahrzehnte der Gewalt in Nordirland, da er der IRA und anderen militanten Bewegungen auf der republikanischen Seite großen Zulauf bescherte. Die Ereignisse führten zu Unruhen in Derry und zur Ausrufung von “Free Derry”. Der Begriff Bloody Sunday steht wie fast kein anderer für den jahrhunderte langen Kampf des irischen Volkes gegen die britische Besatzung (siehe Bloody Sunday 1887, 1913, 1920, 1972).

Noch heute kann man die Spuren dieses Konfliktes sehen. Es gibt streng britisch-unionistische Viertel, in denen die Bordsteinkanten rot-weiß-blau (Farben der britischen Flagge) gestrichen sind, mit Wandmalerien (den Murals) und eindeutigen Aussagen (“no surrender”, “Londonderry still under siege”) und sehr sehr hohen Zäunen herum. Und dann gibt es die irisch-republikanischen Viertel, mit den Wandmalereien vom Unabhängigkeitskampf, den grün-weiß-orange gestrichenen Laternenpfosten und der – fast schon zum Postkartenmotiv verkommenen – Aussage “you are now entering Free Derry”.

Dazwischen zeigt Derry jedoch sein wahres Gesicht, und das ist traurig. Derry – zweitgrößte Stadt Nordirlands – ist ein heruntergekommenes Drecksloch. Die Straßen und Häuser sind verwahrlost, es ist nichts los, alles trostlos. Diese Stadt hängt in der Vergangenheit und hat deshalb weder Gegenwart noch Zukunft. Wenn mir jemand in Deutschland, besonders in meiner sächsischen Heimat, mal wieder vorjammert, wie trostlos es doch dort wäre, denn werde ich in Zukunft immer einen Ausflug nach Derry empfehlen.

Unser geplanter Stadtrundgang fiel dann auch entsprechend kurz aus. Die Touristeninfo macht Sonntags erst um 2 Uhr nachmittags auf (werktags von 9 bis 15 Uhr), das Free Derry Museum ebenfalls. Es war Sonntag morgen halb 10, es war kalt und man konnte nichts unternehmen in Derry. Wir haben uns die alte Stadtmauer angeschaut, die vollständig erhalten und – dank EU-Geldern – auch ansehnlich restauriert wurde.

Danach sind wir zurück zum Auto und haben uns auf die Heimreise begeben.


Deutsches Film-Festival in Dublin

Eintrag vom 30.11.2009
Thema: Allgemeines

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Vom 3. bis 13. Dezember findet im Irish Film Institute (Temple Bar District) das “German Film Festival” statt. Gezeigt werden:

  • BERLIN ‘36
    Donnerstag, 3. 12., 18:30
  • HILDE
    Freitag, 4. 12., 18:00
  • VORSTADKROKODILE
    Samstag, 5. 12., 13:30
  • DEUTSCHLAND 09
    Samstag, 5.12., 18:00
  • DEUTSCHE SEELEN
    Sonntag, 6.12., 14:00
  • SCHATTENWELT
    Sonntag, 6.12., 16:30
  • STURM
    Sonntag, 6.12., 18:30
  • ALIAS
    Montag, 7.12., 17:15
  • HOCHBURG DER SÜNDEN
    Dienstag, 8.12., 19:00
  • FRIEDLICHE ZEITEN
    Mittwoch, 9.12., 18:40
  • EINE FRAU IN BERLIN
    Donnerstag, 10.12., 18:00
  • GERDAS SCHWEIGEN
    Freitag, 11.12., 18:45
  • DAS WUNDER VON LEIPZIG
    Samstag, 12.12., 16:30
  • EFFI BRIEST
    Samstag, 12.12., 18:30
  • LULU & JIMI
    Sonntag, 13.12., 16:00
  • JOHN RABE
    Sonntag, 13.12., 18:10

Ausflug nach Booterstown und Dalkey

Eintrag vom 26.11.2009
Thema: Allgemeines

Ich musste heute nachmittag zur Deutschen Botschaft (deren Lage und Öffnungszeiten nicht gerade sehr kompatibel mit der arbeitenden Bevölkerung sind) und so bin ich mit dem Bus nach Malahide und von dort aus mit der DART runter zur südlichen Seite der Dublin-Bay gefahren. Die Botschaft selber ist nicht zu übersehen, ein riesiger umzäunter Komplex mitten in einem Wohngebiet mit ganzen vielen kleinen typisch-irischen Häusern. Vom Strand aus konnte man die Südseite von Howth, aber auch North Bull Island betrachten. Gegessen habe ich in einem süßen alten Pub namens “The Old Punch Bowl”. Etwas dunkel war es drinnen und die Holztäffelung ist schon alt, einige alte Einheimische saßen da und sonst war es leer – also genau die Atmosphäre, die man hier nachmittags erwarten würde. Ich hatte eine Suppe und ein kleines Guinness. Solche Momente mag ich an Irland.

Weil das Wetter wirklich schon war an diesem Nachmittag (sehr kalt, aber sonnig und trocken) habe ich beschlossen, noch etwas in der Gegend zubleiben. Ich bin nahe des Ufers von der DART-Station Booterstown zur nächsten Station (Blackrock) gelaufen. Da kommt man durch einen schönen Park, mit See und künstlicher Insel in der Mitte. Da ich Blackrock schon etwas von unserem Ausflug kannte, bin ich dann lieber mit der Bahn weiter gefahren.

Dalkey

In Dalkey (hinter Dun Laoghaire) dachte ich mir dann “ach, das sieht nett aus” und bin ausgestiegen. Und es war auch sehr nett. Ein kleiner süßer Ort mit Hanglage, einigen alten Burgruinen, süßen kleinen Läden und einer Bäckerei mit leckeren Muffins.

Im 17. Jahrhundert hatte die Dalkey eine hohe und stabile Stadtmauer und mindestens 7 kleine Burgen lagen in der Stadt bzw. in der Mauer. Dalkey war damals ein wichtiger Hafen. Heute kann man nur noch “Archibold’s Castle” und “Goat Castle” bewundern, letzteres dient jetzt als Rathaus. Archibold’s Castle stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es ist ist drei Etagen hoch.

Hier eine Karte zur Orientierung:

Dublin Bay

Dublin Bay

Gegen 6 bin ich dann zurück zur DART und mit kurzem Umsteigen nach Malahide zurück. Da musste ich zwar wieder etwas lange auf den Bus warte und das in der Kälte, aber das war ok, ein schöner Abschluß eines schönen Tages.


the day the dodo died

Eintrag vom 23.11.2009
Thema: Allgemeines

Nachdem ich Franzi zum Flughafen gebracht habe oblag mir die schwere Aufgabe, den anderen das Ende der Aktivitäten von dodo hier in Dublin zu verkünden. Das war nicht leicht und es hat mich auch das ganze Wochenende beschäftigt. Ich war echt froh, dass Franzi da war.

Nun, so war es also und wir haben uns in der großen Runde drüber unterhalten. Am schwierigsten war es natürlich für Steffi, aber auch für die anderen kam es sehr unerwartet.

Die logische Konsequenz aus so einem Schock ist, sich erstmal abzulenken – morgen sieht die Welt ja bekanntlich schon wieder ganz anders aus. Also haben wir uns erstmal in der Küche mit nem Grog gestärkt und sind dann in die Stadt.

Wir sind dann in die Stadt gefahren und haben uns die weihnachtlich geschmückte Grafton Street angeschaut. Anschließend sind wir in eine Kneipe im Stadtzentrum, deren Namen ich leider vergessen habe. Jedenfalls hatten Rob und Fritzi die entdeckt. Hogans Bar. Sie ist in der zweiten Etage eines normalen Wohnhauses und genau wie eine Wohnung eingerichtet. Das heißt es gibt verschiedene Zimmer (vielleicht etwas größer als in einer Wohnung) mit normalen Möbeln, nur dass im Wohnzimmer halt auch ein Bartresen ist. Wir haben uns da gemütlich in die Ledersofas geflezt und bei einem Pint dodo erstmal dodo sein lassen. Es wurde ein schöner Abend, wir sind – nach nem kleinen Bummel durch die Temple Bar – aber doch recht früh heim, weil jeder ein bissel fertig war und sicher auch erstmal Zeit für sich brauchte.

Bilder von Frank:


Rain and Shine

Eintrag vom 21.11.2009
Thema: Allgemeines

“may it rain or shine” sagt man hier ja so gerne und sinngemäß bedeutet das “Wir treffen uns, egal wie das Wetter wird.” Dass es oft auch regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, das glauben einem viele Deutsche nicht. Hier also der ultimative Video-Beweis:

play video


die Hand Gottes?

Eintrag vom 19.11.2009
Thema: Allgemeines

Nun, man mag von Fußball ja halten, was man möchte. Ich, wie schon geschrieben, mag das Spiel selber gar nicht so sehr, aber ich mag es den Leuten zuzuschauen. Gestern war das Rückspiel Frankreich-Irland (ich habe den Abend lieber mit meiner Freundin verbracht) und heute explodieren die irischen Zeitungen vor Empörung. Hier in Irland hat sogar der irische Justizminister offiziell die Wiederholung des Spieles gefordert. Das offensichtliche Handspiel war einfach zu viel.

Thierry-Henry-005


U2 zu laut

Eintrag vom 16.11.2009
Thema: Allgemeines

Dass selbst Nationalheilige wie die Band U2 nicht vor der Bürokratie sicher sind, zeigte sich heute gut in einer kleinen Annekdote. U2 wurde zu einem Bußgeld von knapp 30.000 Euro verdonnert, weil bei Ihren Konzerten Im Croke Park die Grenze von 75 Dezibel Lautstärke überschritten wurde. So berichtet das das Rolling-Stone-Magazin.


Hauptsache höflich

Eintrag vom 04.11.2009
Thema: Allgemeines

Steffi hat mir heute eine lustige Anekdote erzählt, die einem so wohl nur in Irland oder Großbritannien passieren kann: Ihr wurden vom Fahrrad die Schutzbleche und der Sattel geklaut. Aber – Höflichkeit ist Trumpf – ihr wurde vom Dieb ein anderer (wenn auch älterer) Sattel draufgebaut, damit es nicht ganz so schlimm ist. Sehr nett, diese Diebe.


Tagesausflug nach Belfast

Eintrag vom 17.10.2009
Thema: Allgemeines, Belfast


Kerrygold

Eintrag vom 27.09.2009
Thema: Allgemeines

Hier mal eine schöne Werbung aus dem irischen Fernsehen, die passt einfach sehr schön für in Irland lebende Deutsche:


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