- 31.01.: Slán!
- 30.01.: Up the Dubs!
- 30.01.: der vorletzte Tag
- 19.01.: Streik auf dem Flughafen Dublin am 20.01.2010
- 05.01.: So viel zum Thema Sicherheit an Flughäfen
- 04.01.: Zurück in Sibirien
- 21.12.: Brand in Guinness Brauerei
- 18.12.: Rezession vorbei, und nun?
- 16.12.: Paintball
- 05.12.: Roadtrip Nordküste: Derry
Slán!
Eintrag vom 31.01.2010
Thema: Allgemeines
“I’ll always remember that summer in Dublin – I can’t stop see that sunshine in Dublin.” … Slán and Good Bye Ireland. We had a great time. And I’ll be back for sure. Thanks to all the people I met and for all the great times I had. Farewell! Up the Dubs!
Up the Dubs!
Eintrag vom 30.01.2010
Thema: Allgemeines
Abends bin ich mit Christian noch in die Stadt gefahren und wir gingen ins Cassidys. Ein würdiger Abschied. Gleich drei Leute waren da, die ihren letzten Abend in Dublin hatten und Brian spielte wieder mal genial. All die schönen Lieder, die ich so mit Dublin verbinde: Summer in Dublin, Dublin Through and Through, Black Velvet Band, Monto, The Irish Rover, Rocky Road to Dublin, Bottle of Wodka, Mary Mac, Hill 16 is Dublin only, No Nay Never, Caledonia, Molly Malone, Whisky in the jar und Dublin in the rare old times (und noch viele viele andere).
der vorletzte Tag
Eintrag vom 30.01.2010
Thema: Allgemeines
Heute morgen, püntklich um 6, kam Christian mit dem Transporter an. Davor hatte ich eine Nacht das Haus für mich, Robert und Fritzi sind gestern abend weg, Daniel und Gregor schon gestern morgen.
Wir hatten in ein paar Stunden nahezu alles im Transporter verpackt (in meinem Zimmer und in der Küche sind halt noch ein paar Sachen) und unser gemeinsamer Mitfahrer hat auch schon Platz genommen:
Streik auf dem Flughafen Dublin am 20.01.2010
Eintrag vom 19.01.2010
Thema: Allgemeines
Eigentlich wollte ja die Vivi morgen zu Besuch kommen, doch Ihr Flug wurde gerade gecancelt. Der Grund dafür ist, dass das Bodenpersonal (Fluglotsen wie ich es verstanden habe) morgen zwischen 14 Uhr und 18 Uhr streiken wird. Zumindest Ryanair hat alle seine Flüge für diese Zeit gecancelt. Wie es andere Fluggesellschaften halten, weiß ich nicht. Dies betriff eingehende und ausgehende Flüge. Soweit ich verstanden habe ist es ein einmaliger Streik nur für diese vier Stunden.
Die Pressemitteilung auf der Homepage des Flughafens Dublin liest sich leider sehr dürftig:
Flight disruptions Wednesday 20th January
The Irish Aviation Authority (IAA), the agency responsible for Air Traffic Control services in Ireland, has advised Dublin Airport that flight operations are likely to be disrupted between 14.00 and 18.00 tomorrow, Wednesday 20th January as a result of industrial relations issues at the IAA.
Passengers are advised to contact their AIRLINE BEFORE making their journey to Dublin Airport tomorrow
So viel zum Thema Sicherheit an Flughäfen
Eintrag vom 05.01.2010
Thema: Allgemeines
Die slowakische Regierung musste sich heute bei der irischen Regierung entschuldigen, weil sie Sprengstoff im Flugzeug nach Dublin geschmuggelt haben. Zu “Testzwecken” wurden insgesamt 8 unwissenden Passagieren am Flughafen Bratislava Sprengstoff ins Gepäck geschmugelt. Einer dieser Fluggäste reiste nach Irland (mit Zwischenumstieg) und wurde hier von der Polizei verhaftet und verhört. Die sieben anderen Passagiere wurden schon in Bratislava von den dortigen Sicherheitsbehörden erwischt, da hat der Test also funktioniert. Aber der achte kam durch sämtliche Sicherheitskontrollen. Ohne es zu wissen nahm der die 90 Gramm des Sprengstoffes mit nach Hause. Erst drei Tage später kammen die slowakischen Behörden dann auf die Idee, doch auch mal den Iren Bescheid zu sagen, was man da in ihr Land geschmuggelt hatte – der Fluggast war die ganze Zeit in potentieller Gefahr. Und ganz präzise lief die Kommunikation auch dann nicht, denn der Ahnunglose wurde von der Polizei verhaftet und angeklagt. Sein Haus wurde weiträumig abgesperrt und evakuiert. Erst dann klärte sich der Vorfall, und der Mann konnte wieder frei gelassen werden.
Man sieht: Es braucht gar nicht die Terroristen von Al Kaida. Eine Bedrohung nicht nur für die Freiheit sondern auch für Leib und Leben geht von übereifrigen Regierungen selbst aus. Wir kennen das ja von Schäuble & Konsorten.
Zurück in Sibirien
Eintrag vom 04.01.2010
Thema: Allgemeines
Heute morgen um halb 2 kam ich bei unserem Haus an, mit einer Verspätung von ein paar Stunden. Nachdem Deutschland ja diesen wirklich tollen Winter mit fast durchgehend Schnee vom Vorweihnachtstag bis zum Neujahr hatte, waren die Temperaturen hier in Irland ne echte Erholung. Nur ein paar Grad unter Null.
Dennoch reichte das aus, um Irland komplett ins Chaos zu stürzen. Nur mit Glück bekam man am Flughafen noch ein Taxi, die Straßen waren spiegelglatt. Räumdienst? Gibt es nicht. Winterreifen? Nie gehört. Busse? Fahren einfach nicht mehr.
Die anderen, die über Weihnachten/Neujahr hier geblieben waren, erzählten mir abenteuerliche Geschichten.
Sehr schön beschrieben ist das in diesem taz-Beitrag. Das mit dem Rohrbruch kann ich auch bestätigen, ein Typ im Flugzeug musste extra von Deutschland nach Südirland zurück (über Dublin, Flughafen Cork war gesperrt), weil sein Wassertank explodiert war. Die – 3 Grad Celsius waren einfach zu viel (bzw. zu wenig, rein physikalisch gesehen).
Dennoch gibt es auch in solchen Situationen – wie immer – etwas zu lachen. Der Captain des Flugzeuges von Schönefeld erklärte kurz, dass wir noch 30 Minuten warten müssen, weil die Turbinen enteist werden und das mit dem schönen Satz: “You have to imagine it like this: It is a giant hair dryer.”
Brand in Guinness Brauerei
Eintrag vom 21.12.2009
Thema: Allgemeines
Der Alptraum aller Iren: Ein Großbrand in der Guinness-Brauerei. Das Feuer heute war bei Schweißarbeiten (danke Bianca) auf dem Dach ausgebrochen, jedoch in einem abgelegenen Teil des Braurei-Geländes. Die Brauerei wurde evakuiert. Das Schweizer Fernsehen hat ein Video vom Brand online gestellt.
Rezession vorbei, und nun?
Eintrag vom 18.12.2009
Thema: Allgemeines
Wie AFP berichtet, hat Irland nun auch die Phase der Rezession hinter sich gelassen und erholt sich gesamtwirtschaftlich. Gefühlt ist das bei den Menschen aber noch nicht angekommen. Es wird immer noch sehr gern und sehr ausführlich darüber diskutiert, wie stark man in der Wirtschaftskrise steckt. Die Republik hat riesige Schulden gemacht (dagegen nimmt sich die Rekord-Verschuldung von CDU und FDP in Deutschland noch gering aus) und keiner weiß so recht, wie man das in der Zukunft bezahlen soll.
Und für die Iren gibt es da noch einen anderen schlimmen Aspekt: Worüber soll man jetzt meckern? Den meckern, das tut man hier gern. Nicht jammern, wie in Deutschland, sondern einfach meckern. Man kann nicht ins Pub gehen, ohne zu hören, wie schlecht es in der Wirtschaft läuft, wie verlogen die Politik ist, wie früher alles besser war. Das hört man auch in Deutschland. Aber jeder Ire – und da liegt der Unterschied – würde trotzdem ein Bein und einen Arm dafür geben, hier in seiner Heimat zu bleiben (oder zurückzukommen), denn für die Iren – auch wenn sie gerne meckern – ist Irland immer noch das beste Land der Welt.
Paintball
Eintrag vom 16.12.2009
Thema: Allgemeines
Heute abend waren wir beim Paintball zusammen mit einigen Bekannten von Google. Allerdings war die Sicht (wir spielten abends im Dunkeln mit Scheinwerfern und es war nass) sehr bescheiden, so dass man kaum gesehen hat, auf wen man geschossen hat oder wo Gegner waren. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem.
Roadtrip Nordküste: Derry
Eintrag vom 05.12.2009
Thema: Allgemeines
Abends kamen wir also in Derry an, im Dunklen – und das war ganz gut so. Nach einigem Hin- und Herfahren haben wir Greg und die Karte “eingenordet” und fahren dann auch sehr schnell unser Hostel, eine kleine private Absteige mit insgesamt 5 Zimmern (10-Bett-Zimmer), genannt “The Independent Hostel”. Die Übernachtung kostete 12 Pfund, ein Aufenthaltsräume sind im pseudo-indischen Stil, der andere im normalen britisches-Wohnzimmer-Stil eingerichtet. Die Duschen und Bäder (Gemeinschaftsduschen) waren ok, aber nix besonderes. Auf den Betten war kuschelige Kinderbettwäsche bezogen.
Wir zogen los, um etwas von der Stadt zu sehen und liesen uns ein paar nette Locations erklären. Allerdings beschränkte sich das Kneipen-Viertel auf eine Straßenkreuzung und ungefähr 50 Meter Straße. Die komplett gepanzerten Polizeiautos (“Crimestoppers”, eine Art Militärpolizei) trugen auch ungemein zur Atmosphäre bei. Dafür war es (wenn man süd-irische Preise gewohnt ist) sehr billig. Also gab es gutes Bier und gutes Essen in einem In-Restaurant.
Danach suchten wir ein nettes Pub und – auch im Gegensatz zur Republik Irland – musste man wirklich lange suchen. Schon jetzt wurde uns bewußt, dass Derry wohl nicht “the hippest place on Earth” ist und es auch gar nicht mehr versuchte. Dennoch fanden wir ein Pub, die Livemusik sollte aber erst um 11 losgehen. Ich war ziemlich müde vom Fahren und habe mich so nach 10 auf den Weg ins Hostel gemacht. Die anderen kamen später nach, berichteten noch von einer Massenschlägerei und einem Gespräch mit jungen Leuten, die uns ausgelacht haben, weil wir freiwillig an einem freien Tag nach Derry gekommen sind.
Die Nacht war geprägt von einem schnarchenden Judoka aus Waterford.
Am Morgen trafen wir uns früh in der Küche (das Frühstück war bescheiden) und wollten nun endlich etwas von der Stadt sehen, die so sehr die irische Geschichte geprägt hat. Besonders der Bloody Sunday hat den Namen Derry (oder im Britischen halt Londonderry) in die Köpfe eingebrannt. Am 30. Januar 1972 schossen Soldaten des britischen Fallschirmjäger in eine friedliche Demonstration für mehr Bürgerrechte und töteten 13 Demonstranten, einige der Opfer waren gerade 16 Jahre alt und einigen wurde in den Rücken geschossen. Die Vorfälle wurden nie endgültig aufgeklärt, viele Beweismittel durchs Militär vernichtet. Es wurde bis heute niemand dafür bestraft. Der Bloody Sunday legte den Grundstein für Jahrzehnte der Gewalt in Nordirland, da er der IRA und anderen militanten Bewegungen auf der republikanischen Seite großen Zulauf bescherte. Die Ereignisse führten zu Unruhen in Derry und zur Ausrufung von “Free Derry”. Der Begriff Bloody Sunday steht wie fast kein anderer für den jahrhunderte langen Kampf des irischen Volkes gegen die britische Besatzung (siehe Bloody Sunday 1887, 1913, 1920, 1972).
Noch heute kann man die Spuren dieses Konfliktes sehen. Es gibt streng britisch-unionistische Viertel, in denen die Bordsteinkanten rot-weiß-blau (Farben der britischen Flagge) gestrichen sind, mit Wandmalerien (den Murals) und eindeutigen Aussagen (“no surrender”, “Londonderry still under siege”) und sehr sehr hohen Zäunen herum. Und dann gibt es die irisch-republikanischen Viertel, mit den Wandmalereien vom Unabhängigkeitskampf, den grün-weiß-orange gestrichenen Laternenpfosten und der – fast schon zum Postkartenmotiv verkommenen – Aussage “you are now entering Free Derry”.
Dazwischen zeigt Derry jedoch sein wahres Gesicht, und das ist traurig. Derry – zweitgrößte Stadt Nordirlands – ist ein heruntergekommenes Drecksloch. Die Straßen und Häuser sind verwahrlost, es ist nichts los, alles trostlos. Diese Stadt hängt in der Vergangenheit und hat deshalb weder Gegenwart noch Zukunft. Wenn mir jemand in Deutschland, besonders in meiner sächsischen Heimat, mal wieder vorjammert, wie trostlos es doch dort wäre, denn werde ich in Zukunft immer einen Ausflug nach Derry empfehlen.
Unser geplanter Stadtrundgang fiel dann auch entsprechend kurz aus. Die Touristeninfo macht Sonntags erst um 2 Uhr nachmittags auf (werktags von 9 bis 15 Uhr), das Free Derry Museum ebenfalls. Es war Sonntag morgen halb 10, es war kalt und man konnte nichts unternehmen in Derry. Wir haben uns die alte Stadtmauer angeschaut, die vollständig erhalten und – dank EU-Geldern – auch ansehnlich restauriert wurde.
Danach sind wir zurück zum Auto und haben uns auf die Heimreise begeben.


Meistens bewölkt
Vereinzelt Regen