Wie AFP berichtet, hat Irland nun auch die Phase der Rezession hinter sich gelassen und erholt sich gesamtwirtschaftlich. Gefühlt ist das bei den Menschen aber noch nicht angekommen. Es wird immer noch sehr gern und sehr ausführlich darüber diskutiert, wie stark man in der Wirtschaftskrise steckt. Die Republik hat riesige Schulden gemacht (dagegen nimmt sich die Rekord-Verschuldung von CDU und FDP in Deutschland noch gering aus) und keiner weiß so recht, wie man das in der Zukunft bezahlen soll.

Und für die Iren gibt es da noch einen anderen schlimmen Aspekt: Worüber soll man jetzt meckern? Den meckern, das tut man hier gern. Nicht jammern, wie in Deutschland, sondern einfach meckern. Man kann nicht ins Pub gehen, ohne zu hören, wie schlecht es in der Wirtschaft läuft, wie verlogen die Politik ist, wie früher alles besser war. Das hört man auch in Deutschland. Aber jeder Ire – und da liegt der Unterschied – würde trotzdem ein Bein und einen Arm dafür geben, hier in seiner Heimat zu bleiben (oder zurückzukommen), denn für die Iren – auch wenn sie gerne meckern – ist Irland immer noch das beste Land der Welt.